Kultur am Wochenende

Bloged in Allgemein von euro Sonntag November 11, 2007

Wie so oft auch diesmal was zur Erbauung am Wochenende.
Ich war eingeladen.
Gleich zwei Mal - am Freitag zum Essen und am Samstag in den Jazzclub Minden.
Beginnen wir mit dem Essen.

Nachdem mein (und nicht nur mein) Lieblingschinese, das Opera in Herzebrock überraschend zugemacht hat, gabs dort immer noch meinen Lieblingsitaliener. Vito und sein amtlicher Lavazza nach der original Steinofenpizza aus dem Steinofen und nicht aus der Kühltruhe. Außerdem gab’s dort für Stammgäste schon mal Schmakazien, die nicht auf der Karte standen. Aber auch das ist ein Nachruf.

Am Freitag also der Versuch die dritte Alternative aufzutun. Um es kurz zu machen: Das ist rundum gelungen.
Jetzt ist es schwierig, lukullische Genüsse zu beschreiben. Schon mal aufgefallen? Alles was man nicht digitalisieren kann, kann man auch nicht eindeutig beschreiben. Geschmack gehört dazu. Also zunächst ein Foto, verbunden mit der Frage: Sieht das so aus als ob das nicht schmecken könnte?

3Und2Mehr tonemapped

 

 

Verschiedene Fischsorten, Tintenfisch, Riesengarnelen, Muscheln in Weißweinsud. Dazu zwei Sößchen, die es in sich hatten - eine Lachssoße mit Cognac und eine helle Wundersoße, die wie eine normale Soße durch den Hals geht, aber eine von ihr völlig unabhängige Schärfe im Mund- und Rachenraum hinterlässt, wie ein Flugzeug einen Kondensstreifen. Merkwürdige Sache, aber lecker. Dazu Salzkartoffeln oder Djuvetsch Reis.

Wer keinen Fisch mag, der hat natürlich verloren, wer mich zu Essen einlädt weiß allerdings, wofür ich metaphorisch zu sterben bereit bin.

Ab jetzt also das Kolpinghaus in Herzebrock. Ich hoffe, das nicht auch schon wieder pleite zu futtern…

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Am Samstag ging es in den Jazzclub in Minden.

Robben Ford gab sich die Ehre. Kein Mainstream Musiker, in Blues und Jazzkreisen aber kein Unbekannter. Click

Doch zunächst zum Club. Es gibt drei Areale. Das niedrigste vor der Bühne, wo nicht geraucht werden darf. Stühle un d Tische laden zum gemütlichen Musikgenuss beim Bier oder Cola oder - ja - Cappuccino ein.

Wir kamen eine halbe Stunde vor Beginn (dachten wir) - und waren zu spät. Es war schon ziemlich voll.

Das zweite Areal links von der Bühne etwas erhöht mit Stehtischen, die mit Barhockern bestuhlt sind und Aschenbechern. Man hat immer noch gute, seitliche Sicht. Außerdem hängen zwei Boxen drüber, die für eine saubere Beschallung sorgen. Ein Fernseher überträgt die Frontalsicht auf die Bühne - leider nur die Mitte, so dass Begleitmusiker schon mal aus dem Bild geraten.

Ganz oben die Bar. Da saßen wir dann. Das bedeutete die ganze Zeit direkten Zugriff auf die Getränke. Die waren auch nötig. Die Wärme von hundert potenziellen Heizstrahlern und der Rauch von fünfzig Süchtigen sammelte sich hier. Aber man hatte erstaunlicherweise trotzdem “freies Schussfeld” auf die Bühne.

Die ganze Zeit wuselte eine sog. Journalistin um uns rum, deren genauere Beschreibung einen eigenen Beitrag erfordern würde. Sie machte auf kompetent und wichtig. Und ich habe erkannt, ich habe doch Schubladen…

Robben Ford begann eine halbe Stunde zu spät. Das war aber überbrückbar.

Zur Musik: Es lohnt sich, das Geld für eine Live Performance, in eine CD von ihm zu stecken.
Er versteht es, mit seinem Werkzeug bravourös umzugehen, was er auch immer mal wieder durchblicken ließ. Auch dass er eigentlich eine ganz passable Bluesstimme hat, wurde man an einigen Stellen gewahr.
Aber der Funke wollte einfach nicht überspringen.
Obs an dem eher gelangweilt wirkenden Bassisten lag, der seinen Part runterspielte, ohne auf Ford zu achten oder am teilweise doppelten Schlagzeugeinsatz - es waren zwei Schießbuden aufgebaut - oder daran, dass er viel eigenen “Kram” spielte, obwohl er viel besser beim Covern ist, als als Songschreiber oder letztlich an allem zusammen; wir haben auf der Heimfahrt lange daran herum analysiert. Und allein diese Tatsache war den Besuch schon wert. Das klingt undankbar, aber wer mich kennt, weiß, dass ich auf sowas stehe, weil man da am meisten lernt. Wenn alles so ist, wie es soll, ist es ja gut, dann kann man davon schwärmen (siehe Fischplatte oben) aber das wars dann auch schon. Auf der anderen Seite: Die Fischplatte wird gerne wiederholt, Robben Ford genießt man zukünftig lieber aus der Konserve. Youtube gibt da einiges her - nur so als Tipp für Neugieriggewordene.

Mehr über Robben Ford steht in der Wikipedia: Click

Schöne und erfolgreiche Woche.

Kalenderspruch zu Sonntag, dem 11.11.2007

Bloged in Allgemein von euro Sonntag November 11, 2007

“Bad spellers of the world - UNTIE!”

SvenG im IRC Chat gestern Abend.

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