Münte geht
Münte geht, das hat er heute verkündet. Und damit sich niemand das Maul zerreißt, hat er die schwere Krankheit seiner Frau als Grund genannt. Es gibt keinen Grund daran zu zweifeln. Ich wäre sicher aus dem gleichen Grund gegangen. Auch wenn der Zeitpunkt so verflixt passend daherkommt. Ich habe den ganzen Nachmittag überlegt, was ich dazu schreibe - und ob überhaupt. Jens Berger hat die Vorlage gegeben.
1890 War es Bismarck, der ging. Von den Sozis sozusagen verstoßen:
1982 war es Helmut Schmidt
Und heute halt Münte
Obwohl ich finde, dass dem Architekten der Agenda 2010 und eifrigen Verfechter des Sozialabbaus damit eindeutig zuviel der Ehre angetan wird.
Das darf ich sagen, das ist schließlich kein Nachruf im Sinne von “de mortius nihil nisi bene” - Münte ist nicht tot. Politisch vielleicht, aber das darf man auch gut finden. Ob mit seinen designierten Nachfolgern dem Land allerdings etwas Besseres ins Haus steht, wage ich mindestens mal anzuzweifeln - aber ich bin ja auch Misantrop.
Offenbar nicht der Einzige. Chris hat mal wieder in seiner meisterlichen Art den Medien dieses Landes vorgeführt, wie es geht: Click
Die SZ nimmt Müntes Abgang gar her zur Abrechnung mit der Kanzlerin - auch nicht schlecht: Click


