Monsanto

Bloged in Allgemein von euro Donnerstag Juli 3, 2008

Normalerweise bin ich im Umgang mit Radio Utopie etwas skeptisch und zurückhaltend. Wenn aber ein Artikel erscheint, der sauber durchrecherchiert ist, was anhand vieler Verlinkungen auf die Informationsquellen nachgehalten werden kann - so wie im aktuellen Fall in dem Artikel über Monsanto, dann fühle ich mich geradezu verpflichtet, den Einsatz durch Verlinkung zu belohnen: [X]

Information über Information

Bloged in Sprache von euro Donnerstag Juli 3, 2008

Sprachkritik als intellektuelle Selbstverteidigung

Vielleicht ist das meiste, was wir so täglich zu hören kriegen, Schwachsinn. Schwachsinn, der in den Zeitungen steht, Schwachsinn, der im Fernsehen läuft oder im Netz rumsteht. Schwachsinn, weil er vorgibt zu sein, was er nicht ist: sinnvolle Information für den Empfänger. Nützlich sind die meisten Informationen lediglich für den Sender. Die mediale Kommunikation ist eine einseitige. Daran ändern auch die kläglichen Versuche zur Interaktion nichts. Die Antworten des breiten Publikums sind beschränkt auf eine Rückmeldung alle vier Jahre am Wahltag und sonst an den Kassen der Einkaufstempel. Öffentlichkeit ist beschränkt auf einen Zirkel von Schreiberlingen und Mikrofonhaltern, die um die Mächtigen herumscharwenzeln und deren Kritikfähigkeit sich im Rahmen der eigenen Karriere bewegt.

Mit den geistigen Bedürfnissen der breiten Bevölkerung wird in verschiedenster Weise Schindluder getrieben. Den Meinungsmultiplikatoren liegt weit mehr an einer Ausbildung des natürlichen Hangs zu Romantisierung und Idealisierung, der Kreation von Illusionen und Träumen, als an der Ausbildung einer kritischen Vernunft.

Menschen glauben an Wörter. Und dieser Glaube wird oft ausgenützt. Die Wortakrobaten jonglieren mit ihren Begriffskonstruktionen und machen die Leute glauben, daß sie von Tatsachen reden und Wahrheiten zum Besten geben. Aber nur mit ein wenig sprachkritischer Logik läßt sich feststellen, daß in den meisten Fällen nur geschickt anderweitige Interessen verborgen oder inhaltsleere Worthülsen gehandelt werden. Mit Pauschalisierungen und anderen Verallgemeinerungen werden Vereinheitlichungen postuliert, um ordnungspolitischen Zwecken besser zu genügen. Die Harmonisierung der breiten Masse erfolgt über sprachliche Verallgemeinerungen.

Dem Illusionismus der sprachlichen Abstraktionen, wie er über die Medien transportiert wird, erliegen besonders Menschen mit ungenügender Bildung. Einfache Menschen wollen und müssen an die Worte glauben und den Sprechern vertrauen können, um nicht die essentielle Basis gesellschaftlichen Verkehrs zu gefährden. Verlieren die Worte auch im praktischen Leben ihren eindeutigen Sinn, wird aus dem schleichenden Wahnsinn bald eine rasante Talfahrt, die immer drastischere Mittel zu ihrer Verschleierung nötig macht, oder aber zu immer radikaleren Reformen drängt.

Der naive Wortaberglaube, wie er in der Objektivität von Tatsachen zum Ausdruck kommt, scheint wohl so etwas wie eine Entwicklungsstufe des menschlichen Bewußtseins zu sein. So wie die Menschen früher an die Sonne, an Götter und später an die Wissenschaft und ihre neutrale Objektivität glaubten, so ist es heute, auch unter den aufgeklärten Köpfen, der Glaube an Worte. Der Wortaberglaube ist ‘der’ Aberglaube unserer Zeit. Das Verhältnis des naiven Begriffsrealisten zur Sprache ist das eines Kindes zu seinem Bilderbuch. Worte werden nicht als Bilder erkannt, die Sprache bleibt ein Bilder- und Märchenbuch. Aus dem Traum wird im Laufe des Lebens dann der ganz “normale” Schwachsinn, der sich so gut vermarkten läßt.
wir_loesen..
Wir sind der Meinung, daß die Rolle der Sprache für unser Denken und unsere Logik viel zu wenig Beachtung findet. Im Grunde können die meisten Menschen nicht denken - nicht praktisch und nicht sinnvoll denken -, weil sie immer noch mit einer Sprache sprechen, die sie sich als Kind aneigneten und die in ihrer Struktur im wesentlichen unverändert geblieben ist. Ihre Logik ist dementsprechend die erwachsener Kinder. Auch wenn im späteren Leben einige Dinge und Anschauungen fragwürdig werden, der Glaube an die Möglichkeit der 1:1-Übersetzung von Tatsachen in Sprache bleibt unzweifelhaft und selbstverständlich. Dieser Glaube ist das, was wir “gesunden Menschenverstand” nennen. Ein solcher “common sense” unterscheidet sich kaum von naiver Borniertheit, welche immer schon der Nährboden für alle Diktaturen dieser Welt war.

“Sprachkritik ist Denkkritik oder Erkenntniskritik
und als solche die Wissenschaft der Wissenschaften!”
- Fritz Mauthner -

Die unheilvollsten Folgen ergeben sich in einer Welt, wo mächtige Individuen und Gruppen die Massenmedien der Kommunikation beherrschen und die Menge und Sinnhaftigkeit der Informationen einschränken, um ungestört ihre Interessen verfolgen zu können. Sogenannte wirtschafliche und politische Gründe hindern die Menschen daran, sich unabhängig ihr eigenes Urteil bilden zu können. Machbarkeit bemißt sich nach der finanziellen Rentabilität, wodurch dann auch politische Veränderungen zur Utopie werden. Der Glaube an an Gesetzmäßigkeit und Objektivität herrscht in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Diese Gesetzmäßigkeit ist aber nicht ansich in der Natur vorhanden, sondern wird von Menschen gemacht und die Verallgemeinerung in Form von sprachlicher Abstraktion ist dazu der wichtigste Baustein. Gesetze sind das Ergebnis sprachlicher Prozesse. Sprachliche Prozesse spiegeln aber keine Tatsachen, sondern Interessen wider.
tatsachen
Kritikfähigkeit bedeutet hinter dem Schleier der Tatsachen die Interessen zu erkennen und aufzudecken. Interessen sind zu rechtfertigen. Eine postulierte Objektivität der Tatsachen erklärt eine Rechtfertigung für unnötig, weil es sich ja um wertfreie Aussagen handelt. Die unkritische breite Masse beurteilt die Wahrheit von Aussagen danach, ob sie gut klingen, ob sie zu dem passen, was sie vorher schon gehört haben und ob sie die eigenen Vorurteile bestätigen. Ein radikaler und grundlegender Zweifel an Informationen ist nicht möglich. Jede Kritik wird erstickt vom Schein einer falschen Logik der Abstraktion, die sich Allgemeingültigkeit erschlichen hat. Wir meinen, der Mißbrauch der Sprache aus Unwissenheit ist um nichts weniger gefährlich, als die bewußte Täuschung durch Worte. Unsere Vernunft und geistige Gesundheit hängt mit dem sinnvollen Gebrauch von Symbolen zusammen. Die Begriffsbildung ist der ursprüngliche, schöpferische und geistige Akt. Indem wir ein Begriffsbewußtsein schaffen, nähern wir uns den Ursachen des Mißverstehens und ermöglichen schrittweise eine Atmosphäre, in der dringend nötige Lösungen für viele Konflikte möglich werden.

DAS WICHTIGSTE GESCHÄFT DER MENSCHHEIT
IST EINE PHILOSOPHISCHE KRITIK DER SPRACHE !!!

(Aus Mauthner-Gesellschaft/Verein der Sprachkritiker)

Die Post gewinnt - und wem kommt es zugute?

Bloged in Geld von euro Donnerstag Juli 3, 2008

Auf SpOn können wir’s gleich im Untertitel lesen:

Sieg für die Post - Niederlage für den Bund: Ein EU-Gericht hat dem Konzern eine Milliarde Euro im Streit um ein gigantisches Bußgeld zugesprochen. Der Großteil soll an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

(Hervorhebung von mir)
Quelle:[X]

Als ob es jemals anders war. Von wegen “Investitionsanreiz schafft Arbeitsplätze” - ha!
Alle Sparmaßnahmen und Steuergeschenke der letzten 25 (!) Jahre waren immer in erster Linie zur Befriedigung der Shareholder gedacht. Was man ja am Erfolg der Maßnahmen auch durchaus “messen” kann. So unverblümt, wie jetzt hat man es nur noch nie auszusprechen gewagt.
Nach den tatsächlichen fallen jetzt auch die sprachlichen Hemmungen.

ÖL

Bloged in Geld, Humor von euro Donnerstag Juli 3, 2008

ÖL
Preis in US-Dollar für ein Barrel Rohöl auf monatlicher Basis.

Die Grafik wird laufend aktualisiert.

Äh - glaubt immer noch einer der selbsternannten Herren Experten daran, dass das jemals wieder auf fünfzig Dollar runtergeht, wie noch vor knapp zwei Jahren?
Eine heimische Tankstelle wirbt bereits mit “Einmal volltanken = eine Gratiswäsche”
Demnächst gibt’s bei einmal volltanken einen Porsche Cayenne gratis dazu…

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