Rauchverbot in NRW

Bloged in Geld, Politik, Humor von euro Donnerstag Juli 10, 2008

Dat han isch misch jedacht.
Von wegen Rauchverbot. Klar, ich bin Nichtraucher und hasse es wie die Pest, wenn sich im Restaurant jemand in meinem “Dunstkreis” eine ansteckt, während ich noch esse. Das war’s aber auch schon. Denn ich bin auch erwachsen und billige jedem zu, für sich selbst zu entscheiden, einen Gutteil seines spärlichen Einkommens für etwas zu opfern, was stinkt und krank macht - und diesmal meine ich nicht Benzin…

Die Düsseldorfer sind Rheinländer.
Und die haben sich noch nie gängeln lassen.
Die “längste Kneipe der Welt” hat sich darob etwas Besonderes einfallen lassen.
Es fing mit einzelnen Wirten an, die jeweils einen “Raucherclub” gründeten.
Wer eintreten wollte, musste also zunächst mal eintreten - in den Club. Schriftlich. Dafür gab’s dann eien Mitgliedsausweis. Und weil das alles sehr hinderlich war, auf einer Kneipentour durch die Altstadt an jeder Kneipentür erstmal einen Ausweis beantragen, haben die Wirte aktuell vor, sich zu einer Kette zusammenzuschließen. Das bedeutet: Eintrittserklärung mit Ausweisaushändigung jeweils nur in der ersten Kneipe der Altstadt und der gilt dann für alle.
Der Gesetzgeber prüft nun, ob er womöglich einen Bock geschossen hat oder ob man da noch was gegen machen kann. Aber so richtig wollen tut das auch keiner, von wegen Umsatz und Ankurbelung der Wirtschaft - diesmal sprichwörtlich. Habe mich lange nicht mehr so amüsiert bei einer Nachrichtensendung :-)

Die EU, Monsanto und die Demokratie

Bloged in Gentechnologie von euro Donnerstag Juli 10, 2008

Wir werden nicht gefragt. Die EU macht einfach. Gegen eine überwältigende Mehrheit ihrer Bürger. Zum Wohle eines einzelnen Gentechnik-Riesen.
Jochen berichtet: [X]

Und wieder zurück

Bloged in Geld von euro Donnerstag Juli 10, 2008

Rückblende:[X]

XEURUSD

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und entsprechend

XAUUSD (Gold):

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Was jetzt?
Soll der IWF noch ein paar Tonnen Gold auf den Markt werfen?
Oder soll die EZB die Zinsen noch eine Raste raufsetzen?
Alles Strofeuer, an dem sich ein paar windige Insider die Näschen wärmen.

Am Ende bleibt’s, wie’s ist. Dollar down and Gold up. Zumindest solange der unsägliche Dollar die Leit(d)währung bleibt.

Wie man aber schön sehen kann, orientiert man sich doch immer noch fast reflexartig am Gold. Eigendlich markiert das Gold eine total waagerechte Linie, um das sich das Geld “rankt”.

Der Wert von Gold schwankt nicht, sondern sein Preis, ausgedrückt in Geld.

.

Nachtrag: Der Grund [X]

Deutschland verteidigen. Egal wo.

Bloged in Politik von euro Donnerstag Juli 10, 2008

Dass auch an sich als kluge Köpfe bekannte Autoren ins Klo fassen können, zeigt Jürgen Elsässer hier [X] auf, begrüdet das auch gleich (und verbindet das mit dem Hinweis auf sein nächstes Buch…)

Auszug:

Frage FAZ: �Denken Sie, der frühere deutsche Verteidigungsminister Struck hatte recht mit dem Satz, dass Deutschland seine Freiheit am Hindukusch verteidigt?�

Antwort Rashid: �Das ist eine wichtige Aussage, für alle von uns � für Pakistan, für die Länder der Region, für Europa. Jede terroristische Verschwörung, jeder Anschlag in Europa seit 2003 lässt sich in die pakistanischen Stammesgebiete zurückverfolgen. Jeder europäische Staat hat heute ein Problem mit einheimischem Extremismus, und der erhält Inspiration und Ausbildung aus der pakistanisch-afghanischen Grenzregion.�

Das ist falsch. Richtig ist: Jeder Anschlag in Europa seit Mitte der neunziger Jahre läßt sich auf westliche Geheimdienste zurückführen, die die pakistanisch-afghanische Grenzregion (aber auch den Balkan) als Trainingsgebiet nutzen.

Wag the Dog reloaded

Bloged in Allgemein von euro Donnerstag Juli 10, 2008

“Der Iran testet den Start von Atomraketen.” So konnte man landauf landab lesen. Und wenn der Iran Raketen abschießt und man obendrein ein Foto davon hat, stellt man sich doch die Frage: Wieso muss man sich als Vertreter der westlichen Medien denn zwingend darauf einlassen, seine Glaubwürdigkeit zu zerstören, indem man ein gefaketes Foto veröffentlicht? Ist das inzwischen Pflicht?

Wohlgemerkt: Niemand bezweifelt den Abschuss von iranischen Raketen - was ja an sich schon kontraproduktiv genug wäre. Aber wäre es nicht im Interesse der freien Welt….jaja, ist ja schon gut. - He, wenn ihr schon Fotos faken müsst, dann gebt sie einem Arbeitskollegen von mir, der sich mit Photoshop C3 auskennt, der kann da ganz andere Sachen - da siehst du nichts von Manipulation.

Kindergarten!

Der entlarvende Artikel: [X]

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Aus meiner Morgenlektüre

Bloged in Politik von euro Donnerstag Juli 10, 2008

Meine Tageszeitung steht ja wegen ihrer Nähe zu Bertelsmann nicht gerade im Verdacht lobbyismusfeindlich zu sein. Darum zitiere ich hier einen glücklichen Ausreißer einmal in voller Länge:

Atomunfall und keiner merkt’s
Uran-Austritt in Frankreich wird heruntergespielt

TAGESTHEMA

VON HANS-HERMANN NIKOLEI

Paris (dpa). Die französischen Behörden behandelten den Atomunfall von Tricastin am Unterlauf der Rhone wie eine Bagatelle. 14 Stunden verstrichen, bevor der Vorfall eingestanden und die Bevölkerung erstmals gewarnt wurde, wie die Umweltorganisation Greenpeace sagt. Die Behörden räumen sechseinhalb Stunden ein. Dabei vermieden die Staatsvertreter das Wort „Strahlung“, so lange es ging.

Es wurde nur die Menge des ausgetretenen Urans in Gramm pro Liter angegeben. Dass insgesamt 360 Kilogramm des radioaktiven Elements entwichen waren, musste der aufmerksame Bürger selbst ausrechnen. Am nächsten Tag wurde diese Zahl nach unten auf 74 Kilogramm korrigiert. „Es handelt sich nur um abgereichertes Uran“, erklärte die zuständige Präfektur. „Deshalb ist das nicht so gefährlich.“ Die Kommission für unabhängige Forschung und Information über Radioaktivität (CRIIRAD) sieht in der Informationspolitik Methode. Wenn bei Unfällen die Strahlung unter dem Grenzwert liege, gebe der Staat die Radioaktivität in Becquerel an. Doch wenn der Grenzwert stark überschritten werde, rede man von Gramm. In diesem Falle werde die für die Zuläufe höchstens zulässige Strahlung von 50 Becquerel pro Liter möglicherweise um das 6.000-fache überschritten.

Den Vorfall dramatisieren will die CRIIRAD aber nicht: „Das Gesundheitsrisiko ist in der Tat gering.“ Das Problem liege in der geringen Sicherheit der Anlage. Erst vier Tage vor dem Unglück hatte die CRIIRAD auf anormal hohe Strahlenwerte und das Müllproblem in Tricastin hingewiesen. Auf dem Gelände lagern 770 Tonnen radioaktive Abfälle aus Militärbeständen. Sie wurden zwischen 1969 und 1976 einfach mit Erde überdeckt. Die Existenz des Müllhügels wurde erst 2002 behördlich erwähnt. Die Erde schütze nicht vor Korrosion, mahnt die CRIIRAD. Jüngst seien Tonnen mit Atommüll vom Regen freigespült worden. Man habe sie gegen alle Regeln neu mit Erde überschüttet.

Am 4. Juli war die Warnung der CRIIRAD noch ungehört verhallt. Jetzt wird sie registriert. Der Uranunfall von Tricastin konfrontiert Frankreich mit der unangenehmen Wahrheit, dass Kerntechnik Risiken birgt. Seit Jahrzehnten gründet das Land seine strategische Unabhängigkeit auf Atomwaffen und Kernkraft. Der Staatskonzern EDF ist mit seinen 59 Reaktoren der größte Atomstromanbieter der Welt.

Die Atompolitik findet dabei in der Bevölkerung breite Zustimmung. Dass eine Lösung für die Endlagerung des Atommülls noch gesucht wird, schlägt keine Wellen. Angst vor der Atomtechnik hat Frankreich nicht, höchstens „Angst vor der Angst“. Als nach der Katastrophe von Tschernobyl eine riesige radioaktive Wolke über Europa zog, machte sie offiziell „um Frankreich einen Bogen“. Erst ein Vierteljahrhundert später gestanden die Behörden ein, dass Frankreich 1986 sehr wohl betroffen war und noch heute Folgen messbar sind.

Die Scheu vor der Risikodiskussion ist geblieben. Als Präsident Nicolas Sarkozy Forscher und Umweltschützer zur Richtungsdebatte über seine Energiepolitik einlud, schloss er die Kernkraftgegner aus. Für ihn bringt die Atomtechnik die Rettung vor der Klimakatastrophe. Seine ganze Energiepolitik richtet er auf den Ausbau der Atomindustrie aus. Außerdem bietet Sarkozy allen Ländern französische Atomtechnik an. Kritik daran weist er zurück, es wäre überheblich, Afrikanern und Arabern nicht zuzutrauen, die Kerntechnik zu beherrschen.

© 2008 Neue Westfälische
Bielefelder Tageblatt (MW), Donnerstag 10. Juli 2008

Und so überheblich ist offenbar keiner, z.B. dem Iran den Umgang mit Kerntechnik nicht zuzutrauen. Das wissen wir ja alle schon länger. Argumentationskettensägenmassaker….

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