Interview mit Sahra Wagenknecht
Ich hatte das Vergnügen, die Dame persönlich kennenzulernen:

Ein wesentlich ausführlicheres Interview, das Günter Gaus bereits 2004 gehalten hat, findet sich hier: [X]
Ich hatte das Vergnügen, die Dame persönlich kennenzulernen:

Ein wesentlich ausführlicheres Interview, das Günter Gaus bereits 2004 gehalten hat, findet sich hier: [X]

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Die Neue Westfälische, nicht nur meine Tageszeitung, sondern auch eins der Regionalblättchen in Gütersloh, also der Stadt des Mediengiganten Bertelsmann und Hauptsitz der gleichnamigen Stiftung, schreibt einen Artikel über eine Demonstration der Linken Gütersloh gegen die Stiftung, bei der die Hauptforderung lautet…..nein, eben nicht “enteignet Mohn”, sondern “Aberkennung des Status der Gemeinnützigkeit der Stiftung”, die immerhin über 75% der Aktien der Bertelsmann AG, also des Konzerns hält. Das ist eine Konstruktion, wie sie in Amerika, dem großen Vorbild, verboten ist. Dort ist die Grenze bei 20%, damit keine Verflechtung der Interessen stattfindet. Darüber finden wir in der Zeitung kein Wort.
Stattdessen werden Fakten, die z.B von der MdB Inge Höger genannt werden als Meinung dargestellt.
Der ganze Artikel zum kritischen Nachlesen findet sich hier: [X]
So kann man das in einem bertelsmannfreundlichen Blog schreiben. Blogs sind a priori subjektiv. Aber sauberer, unabhängiger, neutraler Journalismus ist anders.
Ich selber habe ebenfalls eine ältere Dame getroffen, die Frau Wagenknecht gratulierte, sich ein Autogramm geben ließ und ihr ihre Unterstützung zusagte. Auch eine Gütersloherin.
Den Artikel 27 der Verfassung von NRW, der zweimal zitiert wurde, hat die Neue Westfälische wohlweislich auch nicht erwähnt:
Artikel 27
(1) Großbetriebe der Grundstoffindustrie und Unternehmen, die wegen ihrer monopolartigen Stellung besondere Bedeutung haben, sollen in Gemeineigentum überführt werden.
(2) Zusammenschlüsse, die ihre wirtschaftliche Macht missbrauchen, sind zu verbieten.
Nochmal: Die Bertelsmann Stiftung ist de facto nicht gemeinnützig. Also ist ihr der Status auch abzuerkennen. Darum gings.
Aber die Hofberichterstatter wollen morgen ihre Frühstücksbrötchen auch noch von ihrem Geschreibsel kaufen können. Und darum zensieren sie sich lieber selbst. Ich habe gut reden, ich lebe ja nicht davon.
Lieber Stefan Brams: Nichts für ungut - aber einfach eine Chronik, die nicht bewertet, weder pro noch kontra, wäre auch gefahrlos möglich gewesen. Aber so ist es natürlich einfacher.
Gefruchtet hat es auch schon. Am gestrigen Samstag wurde ich gefragt, was ich denn von der Aktion hielte, von jemandem, der es nur gelesen hat, also nicht dabei war. Ich habe es ihm erzählt. Und ich werde es anderen erzählen. Wie viele andere, die dabei waren. Was die Zeitung nicht auf einen Schlag vermag, machen wir per Mund eben peu á peu. Dauert zwar länger - ist aber nachhaltiger, als so ein flüchtiger Artikel der nächste Woche schon wieder vegessen ist.
Also macht genauso weiter. Schreibt uns bloß nicht nach dem Mund, das würde uns nur lethargisch machen. So bleiben wir aber rührig. Gegen Partisanen haben große Armeen immer schon verloren.
Buchtipp zum Thema: [X]

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