Weisheit zum Tage
Alle bedingten Seelen werden von mehreren essenziellen Bedürfnissen angetrieben. Ich möchte davon drei hervorheben:das Bedürfnis nach Sicherheit
das Bedürfnis geliebt zu werden
das Bedürfnis Liebe auszudrücken.Das erste Bedürfnis ist sowohl physisch wie emotional, die anderen sind rein emotional.
Natürlich haben wir ein ganzes Heer anderer Bedürfnisse, denen wir nachkommen müssen – wir brauchen zum Beispiel Nahrung, eine gute Gesundheit und sowohl Autonomie wie auch Interdependenz. Aber diesen kann man im Vergleich zu den dreien, die ich oben aufgeführt habe, einfach gerecht werden (außer natürlich, wenn jemand eine unabänderliche karmische Periode durchläuft und es ihm vorbestimmt ist, keine Nahrung, Kleidung, Schutz oder Gesundheit zu haben.)
Stell dir eine Person mit einem hohem Einkommen vor, sie ist gut genährt, gesund und sozial erfolgreich, aber ihre Bedürfnisse nach Sicherheit und danach, Liebe zu geben und zu empfangen, sind nicht erfüllt. Trotz ihres scheinbaren Erfolges wird sich eine solche Person so elend fühlen, dass sie alle Erfolgssymbole aufgeben würde, einfach um diese drei Schätze zu erlangen.
Eine Gemeinschaft der Fürsorge versorgt diese drei wichtigen Bedürfnisse in besonderem Maße, obgleich auch ein starkes Bestreben vorhanden ist, ebenfalls für die anderen menschlichen Bedürfnisse zu sorgen.
In diesem Zusammenhang möchte ich eine alte christliche Geschichte erzählen, die eine tiefe Aussage über die Gemeinschaft der Fürsorge macht. Einst bestand nur ein geringer Unterschied zwischen Himmel und Hölle – sie sahen fast identisch aus. So geschah es, dass jemand, der gerade seinen Körper verlassen hatte, am Tor des Himmels ankam. Petrus öffnete das Tor und fragte den Mann: „Wo würdest du denn gern bleiben, im Himmel, oder in der Hölle?“ Der Mann war überrascht, dass ihm die Wahl angeboten wurde, aber er antwortete: „Nun, wenn es von mir abhängt, dann frage ich mal lieber, worin denn der Unterschied besteht?“ Petrus sagte: „Ich werde es dir zeigen, aber wir müssen auf die Essenszeit warten.“
Um zwei Uhr nahm Petrus den Neuankömmling mit zum Mittagessen in der Hölle. Die Gebäude und Anlagen schienen wohl erhalten zu sein, sogar luxuriös, und zur Überraschung des Mannes war die Temperatur genau richtig. Sie betraten den Speisesaal mit seinen runden Tischen. In der Mitte von jedem Tisch stand eine große Schüssel. Jeder Platz war gedeckt mit einem Löffel mit einem ungewöhnlich langem Stiel. Der Saal füllte sich plötzlich mit Leuten, die sich an die Tische setzten und auf das Signal warteten, mit dem Essen anfangen zu können. Die Menschen sahen hungrig aus, sogar ein bisschen verzweifelt. Als die Hupe ertönte, nahm jeder einen Löffel und begann, ihn in die Schüssel zu tauchen. Es war klar, dass die langen Löffelstiele es allen einfach machten, an die Schüssel heranzukommen, aber die Essenden konnten die Löffel nicht umdrehen und die Nahrung zu ihren Mündern führen. Der Raum war von Angst erfüllt – die Essenden, so realisierte der Neuankömmling, verhungerten buchstäblich.
Schockiert schaute der Neuankömmling zu Petrus und sagte: „Wenn es keinen sichtbaren Unterschied zwischen Himmel und Hölle gibt, wie ist es dann im Himmel?“
„Warte“ sagte Petrus, „wir haben gerade das Mittagsessen im Himmel verpasst. Wir werden auf das Abendbrot warten müssen.“
Als die Zeit für das Abendbrot kam, nahm Petrus den Neuen mit in den Himmel – geradewegs in den Speisesaal. Dieser Saal sah genau wie der in der Hölle aus – dieselben Tische, auf jedem eine Schüssel voller Essen in der Mitte, und jeder Essende hatte solch einen Löffel mit langem Stiel. Aber was für ein Unterschied! Hier sahen die Leute gut genährt und zufrieden aus. Das Signal dafür, dass mit dem Essen begonnen werden konnte, war keine laute Hupe, sondern ein Gebet und nachdem es angestimmt worden war, nahm jeder lächelnd seinen unhandlichen Löffel, tauchte ihn in die Schüssel und speiste damit seinen Nachbarn, während er oder sie wiederum von jemand anderem gefüttert wurde. Während des Mahles herrschte eine Atmosphäre der Liebe und des miteinander Teilens. Der Neuankömmling hörte angenehmes Gelächter und Menschen, die sich gegenseitig und den höchsten Herrn priesen. Der Neuankömmling verstand: der Himmel ist ein Ort der Selbstlosigkeit und die Hölle ist für die Selbstsüchtigen. Der Himmel ist eine Gemeinschaft der Fürsorge und die Hölle ist eine Gemeinschaft des Kampfes ums Dasein.
Januar 2nd, 2010 at 20:55
was verstehst du unter “bedingten” seelen?
die geschichte ist klasse!!! gibts ne quelle?
glg